Hengameh Yaghoobifarah, der Abfall und die Polizisten

Kommen wir gleich zur Sache. Am Ende einer sehr bemühten Taz-Kolumne, in der die Journalistin Hengameh Yaghoobifarah darüber sinniert, was man mit 250.000 arbeitslosen Polizisten machen könne, schrieb die Autorin folgende erbauliche Zeilen:

Spontan fällt mir nur eine geeignete Option ein: die Mülldeponie. Nicht als Müllmenschen mit Schlüsseln zu Häusern, sondern auf der Halde, wo sie wirklich nur von Abfall umgeben sind. Unter ihresgleichen fühlen sie sich bestimmt auch selber am wohlsten.

Kurios an diesen Zeilen ist nicht nur die für Linke typische Menschenverachtung und Hate Speech, sondern der etwas merkwürdige Ausdruck „Müllmenschen“, den ich zunächst gar nicht verstanden hatte. Unsereins redet in diesem Zusammenhang etwas reaktionär von „Müllmännern“. Das ist aber bekanntlich nicht „gendergerecht“. Die vielen Müllfrauen kommen so sprachlich natürlich zu kurz.

Noch in der dreckigsten Verbalkloake und in einem völlig absurden Zusammenhang – Männerdomäne Abfallwirtschaft – achtet Frau Yaghoobifarah also auf „geschlechtergerechte Sprache“. So stellt man sich die ideale Linke vor.

Polizisten sind für diese Dame also Abfall. Warum?

Das führt sie in den Zeilen zuvor aus und bezieht sich auf wenige Verfehlungen von Polizeibeamten in den USA und Deutschland. Diese nimmt sie zum Anlaß, um gleich von der Abschaffung der Polizei zu träumen, und fragt sich, wohin mit all diesen faschistoiden Bullenschweinen.

Was für eine zauberhafte Deutschiranerin wir da vor uns haben. Muslime sind eine echte Bereicherung für unsere Gesellschaft.

Die Satire ist jedenfalls sehr konstruiert und gewollt und zeigt einmal mehr, daß Humor bei verbiesterten, spießigen Linken, die sich von allem und jedem diskriminiert fühlen, schlecht aufgehoben ist.

Hengameh Yaghoobifarah nutzt ihre Kolumne, um Polizisten als rechtsextreme Holzköpfe zu zeichnen, die man in keiner Branche beschäftigen könne, da überall die Gefahr lauere, daß sie die jeweiligen Bedingungen dazu nutzen, um Terrornetzwerke zu gründen oder Bomben zu basteln. Die 250.000 Polizisten sind einfach zu nichts nutze.

Am besten seien sie auf der Müllhalde aufgehoben, unter „ihresgleichen“.

Ein paar rechtsextreme Polizisten reichen der Dame also aus, um sämtliche Ordnungshüter zu Untermenschen zu erklären. Das ist das paranoide Weltbild insbesondere der Linken, die viel von „Diversity“, „Critical Whiteness“, „Dekolonisierung“, „Gender“, „Queer“, „Hate Speech“, „Othering“ und anderem Klimbim schwafeln, der heutzutage in Mode ist und den moralischen Narzißmus befriedigt.

Ein Leser schreibt denn auch unter die Kolumne:

taz ist… wenn das Niveau der Kommentare höher ist, als das der Artikel. Leider.

Lieber tazler – dass ihr es mit Recherche, Sachkunde und Selbstkritik nicht so habt, habe ich schon länger beobachtet. Aber das hier? Lest ihr garnicht mehr, was ihr veröffentlicht? Dieser Artikel hätte nach Austausch der zu diskriminierenden Personengruppe problemlos so auch im Stürmer stehen können. Das ist nicht nur peinlich sondern bekommt durch Überschrift eures Werbe-Popups „Wir schreiben aus Überzeugung“ nochmal ein besonderes Geschmäckle…

Nicht ganz unlustig ist folgende Passage von Hengameh Yaghoobifarah:

Ich hingegen frage mich: Wenn die Polizei abgeschafft wird, der Kapitalismus jedoch nicht, in welche Branchen kann man Ex-Cops dann überhaupt noch reinlassen? Schließlich ist der Anteil an autoritären Persönlichkeiten und solchen mit Fascho-Mindset in dieser Berufsgruppe überdurchschnittlich hoch. Oder haben Sie schon mal von einem Terrornetzwerk in der Backshop-Community gehört? Ich nämlich auch nicht.

Faschistoide und autoritäre Charaktere findet man leider zuhauf auch unter den heutigen Linken, wie die Autorin selbst eindrücklich beweist. Für ihren eigenen Faschismus, ihre eigene „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ ist sie blind. Aber Linke hassen ja die Richtigen: Also vor allem Männer, Weiße und Menschen, die sich erdreisten, einfach eine andere Meinung als Linke zu haben.

Alles Faschos außer ich.

Wie paranoid muß diese Dame sein, wenn sie in Polizisten nur rechtsextreme Putschisten sieht? Und was für einen selektiven Blick hat sie auf die Welt? Terrornetzwerke gibt es nämlich zuweilen auch unter Linksradikalen oder unter „Flüchtlingen“.

Und ausgerechnet eine Muslimin erzählt uns etwas von „autoritären Persönlichkeiten“. Es gibt kaum ein muslimisches Land auf dieser Erde, in dem religiöse und andere Minderheiten nicht diskriminiert werden. In vielen islamisch geprägten Ländern ist die Apostasie, also der Austritt aus dem Islam, ein No Go bzw. steht unter Todesstrafe. Zwang und Gewalt sind allgegenwärtig: Sei es der Zwang zur Verhüllung, die religiöse Beschneidung von Jungen und Mädchen oder die Zwangsheirat.

In ihrem Heimatland Iran würde dieses nach eigener Auskunft „nonbinäre“ Etwas namens Yaghoobifarah vermutlich schnell gesteinigt werden, wenn es dort so über Polizisten spräche oder sich nonbinär selbstverwirklichen wollte. Irgendjemand sollte diesen linken Zombies, Grufties und Freaks mal erklären, daß ihre menschenverachtende, selbstverliebte Blasiertheit, ihr Opfernarzißmus der beste Wahlkampf für die AfD ist.

Zu etwas scheint die Polizei aber dann doch noch gut zu sein für unsere kleine Hengameh – ich hoffe, ich habe die Dame jetzt nicht „gemisgendert“. Nachdem unsere tapfere Salonkolumnistin Hengameh ihr Pamphlet veröffentlicht hatte, erhielt sie nämlich zahlreiche Drohungen von schlimmen, bösen „Hatern“. Den Schutz durch die deutsche Polizei nahm sie daraufhin gerne in Anspruch.

Wirklich konsequent ist das nicht.